Interview mit Bernard Jakoby
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1. Sterben ist eines der größten Tabuthemen unserer Gesellschaft.
Was war für Sie die Initialzündung, sich mit diesem Thema auseinander zu setzen?

Die Initialzündung, mich intensiv mit diesem Thema auseinander zu setzen, war das Krebssterben meiner Eltern; das sich über einen Zeitraum von vier Jahren erstreckte. Wirklich ausschlaggebend für meine Forschungen, war die Tatsache, dass meine Mutter sich im Augenblick ihres Todes sich bei mir verabschiedet hat. Ihre Seele ging durch mein Herz und ich fühlte Frieden, Erleichterung und Freude nach all den schlimmen Schmerzen, die sie erdulden musste. In dem Moment wusste ich, dass all die Erzählungen darüber, die mir bekannt waren, stimmten.

2. Das „Jenseits“ ist ein Begriff, mit dem viele Menschen nichts oder kaum etwas anfangen können. Wie sieht es aus Ihrer Sichtweise im „Jenseits“ aus?

Wenn wir sterben, gehen wir in eine feinstoffliche Form des Seins über. Die Entwicklung eines Menschen nach seinem Tod erfolgt in mehreren Stufen. Der Mensch ist ein geistiges Wesen und kehrt in seine ursprüngliche Heimat zurück. Wir gelangen zunächst auf eine Art Orientierungsebene, die anscheinend den irdischen Verhältnissen ähnelt. In Wirklichkeit geht es darum, erdwärts gerichtetes Denken abzubauen. Deswegen tritt das Erdenich früher oder später in die Phase der Erinnerung ein, wo es sich intensiv mit seinem Leben auseinandersetzen muss. Wir schauen uns sozusagen ungeschminkt ins Gesicht, wie es auch in den Nahtoderfahrungen millionenfach beschrieben worden ist. Wer seine unerledigten Dinge bearbeitet hat, geht in die höheren Lichtwelten ein, bis sich die Seele mit Gott wiedervereinigt.

3. Sie schreiben im Vorwort Ihres Buches, dass es erschreckend ist, wie wenig Menschen Bescheid wissen, was beim Sterben genau geschieht. Würden Sie mich aufklären?

Wir wissen heute mehr als jemals zuvor darüber, was mit uns geschieht, wenn wir sterben. Die Phänomene des Übergangs, wie sie in den Nahtoderfahrungen geschildert werden – außerkörperliche Erfahrung, Tunnel, Lebensrückschau – zeigen sich auch als universales Erleben im Sterbeprozess des Menschen. Da sich die Seele gewöhnlicherweise langsam vom Körper löst, ist der Sterbende imstande, die geistige Welt zu schauen. In diesen Sterbebettvisionen, die von der Hospizbewegung in den letzten Jahren hunderttausendfach dokumentiert worden sind, sind ein integraler Bestandteil des Sterbeprozesses. Dabei wird berichtet, dass der Sterbende von vorangegangenen Verwandten in Empfang genommen wird. Diese Visionen werden bei vollem Bewusstsein erlebt und die Betroffenen können anschließend in Frieden gehen. Obwohl all diese Vorgänge von der Sterbeforschung millionenfach dokumentiert worden sind, drückt sich der Umgang damit für viele Menschen als Hilflosigkeit aus Unwissenheit aus.

4. Frieden, Leichtlebigkeit und Wohlbefinden – Begriffe, die die meisten Menschen wahrscheinlich mit einem glücklichen Leben anstatt mit dem Tod verbinden. Bedeutet das, der Tod ist etwas „Schönes“, etwas „Positives“?

Der Tod ist nichts, was wir fürchten müssen. Es ist die Angst vor dem Unbekannten, die zur Tabuisierung beigetragen hat. In Wirklichkeit hat die Sterbeforschung gezeigt, dass alle, die das Licht, das mit Liebe, Wärme und Geborgenheit assoziiert wird, sich grundlegend in ihrer Persönlichkeit verändert haben. Die Betroffenen wissen, dass dieses Licht Liebe ist und haben alle Angst verloren.

5. Wie steht es eigentlich Ihrer Meinung nach mit Gott und dem ewigen Leben aus? Ist die Seele unsterblich bzw. was verstehen Sie persönlich Sie unter dem Begriff?

Die Seele ist der Träger des Erdenichs, also dessen, was Sie jetzt als Mensch sind. Im Gegensatz zur irdischen Persönlichkeit ragt sie in die geistige Welt und kennt ihre Bestimmung. Das ist der göttliche Funke in jedem Menschen. Ohne eine Urkraft hinter allem Sein, die wir Gott nennen, wäre ein Jenseits überhaupt nicht denkbar. Es ist tatsächlich so, dass keine Seele jemals verloren gehen kann, da wir alle derselben göttlichen Quelle entspringen.

6. Macht es einen Unterschied, wenn man plötzlich aus dem Leben gerissen wird?

Bei einem plötzlichen Tod fällt der äußere Sterbeprozess weg. Dennoch muss das Erdenich in Einklang und Akzeptanz mit seiner Seele seinen Tod annehmen können. Dieser Prozess findet dann in der Zeitlosigkeit statt. Da jeder Mensch innerlich weiß, wann er sterben wird, ist beim plötzlichen Tod das Phänomen der Vorahnungen bemerkenswert. Die Seele teilt sich dem Betroffenen oder den Angehörigen mit, so dass von einem unbewussten Wissen gesprochen werden kann. Ein Beispiel ist: Ein 16jähriger Junge hört ein bestimmtes Lied immer wieder. Die Mutter kommt ins Zimmer und bittet ihn, die Musik leiser zu stellen. Plötzlich schaut ihr der Junge seelenvoll in die Augen und sagt: »Ich möchte, dass dieses Lied auf meiner Beerdigung gespielt wird.« Zwei Wochen später kommt dieser Junge durch einen Autounfall durchs Leben.

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