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Stefan M
Anmeldedatum: 23.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 03.03.2009, 15:12 Titel: Hast du schon einmal Lust verspürt, dich ........ |
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Selbstverständlicherweise werde ich die Frage als Erster beantworten: Ja, ich hatte. Auch hier möchte ich ein früheres Erlebnis voran stellen.
Es dürfte in der 10. Klasse gewesen sein, als wir einen Schulausflug unternahmen. Wir besuchten dabei auch ein Museum. Dieses war in einem Gebäude untergebracht, in dem sich auch ein amerikanisches Konsulat befand. Im Treppenhaus mussten wir an dessen Eingang vorbei, der von 2 GIs (Gouvernment Inventary = Eigentum der Regierung = bemerkenswert?!) bewacht wurde. Als ich um die Ecke kam, musste ich sehr nahe an ihnen vorbei. Sie standen regungs- und ausdruckslos da, mit Maschinenpistolen im Anschlag. Die Mündungen ihrer Totmacher zielten direkt auf meine Herzgegend. Es durchfuhr mich wie ein Blitz. "Wenn der jetzt zuckt, bin ich tot" empfand ich. Aber da war keinerlei Angst, da war nur Faszination.
Jahre später war ich selbst Soldat und kannte die fürchterliche Wirkung dieser Waffen aus eigener Handhabung. Auch meine Militärzeit war hoch interessant und selten langweilig. Mir gefiel es ganz gut. Zum ersten Mal war ich wirklich weg von zu Hause, lebte in einer anderen Welt. Eines Tages hatte ich das große Los gezogen, ich war als UvD eingeteilt, und das von Samstag auf Sonntag. Super! Das Wochenende war dahin, denn eine Heimfahrt kam dadurch nicht in Frage, nichts war es mit Disco und Kumpels. Statt dessen 24 Stunden Dienst, ganz allein. Das war die reinste Einzelhaft, denn die ganze Airbase war praktisch verlassen. Bereitschaft hatte ein anderes Geschwader. Wir befanden uns noch mitten im Kalten Krieg. Wären damals "die Russen" gekommen, sie hätten unsere Kampfjets in ihren Sheltern vorgefunden.
So war ich völlig allein in dem großen Stabsgebäude. In der Nacht ging ich dann hinunter in den Bunker, wo wir uns normalerweise nur im Alarmfall aufhielten. Es herrschte dort eine gespenstische Atmosphäre, wie man sie sonst nur aus Kriegs- und Agentenfilmen kennt. Plötzlich hatte ich eine Eingebung. Ich besorgte mir die Schlüssel zur Waffenkammer und nahm eine Pistole samt Magazin und einige Patronen an mich. Später stand ich dann wieder im Bunker und richtete die fertiggeladene Waffe auf mein Herz. So stand ich dann da, im höchsten Maße erregt und wusste: Wenn ich jetzt auch nur unwillkürlich zucke, ist es vorbei mit mir. Du kannst mir glauben, ich war nahe daran es zu tun. Als mir plötzlich meine Familie in den Sinn kam, ließ ich die Waffe sinken und ich schämte mich fast dafür. Erst viel später wurde mir klar, dass ich in diesem Moment auch die Verantwortung für mein Leben wirklich übernommen habe. Hätte ich es getan, es wäre kein Selbstmord aus Frust oder Depression gewesen, sondern aus purer Lust am Leben! Das klingt paradox, ist es aber nicht. Denn Sterben ist die höchste Form von irdischem Leben. Rund wird die Sache aber erst, wenn dies am Ende eines erfahrungsreichen, erfüllten Lebens steht. Aus heutiger Sicht wäre es ein totaler Irrsinn gewesen, der all die wertvollen Erfahrungen meines weiteren Lebens verhindert hätte. Auch hätte ich mich niemals wirklich auf das für mich tollste irdische Wesen eingelassen: die Frau.
Heute denke ich, dass Suizid niemals eine sinnvolle Option sein kann. Allenfalls als sich selbst geleistete Sterbehilfe kann ich es mir noch vorstellen, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Allerdings bin ich mir ziemlich sicher, dass ich auch diese Prüfung anders meistern werde. |
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leseratte
Anmeldedatum: 28.11.2008 Beiträge: 104
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Verfasst am: 04.03.2009, 12:00 Titel: |
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Hallo!
Nein, ich habe noch niemals daran gedacht, ganz egal in welcher Situation ich mich befand. Denn dafür lebe ich viel zu gerne.
Persönlich finde ich den Gedanken daran, sich aus "Lust am Leben" zu töten ziemlich pervers.
LG, leseratte |
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Stefan M
Anmeldedatum: 23.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 04.03.2009, 14:54 Titel: |
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Hallo,
das klingt aber entsetzt. Es war aber so, es war ein Teil meiner Entwicklung. Wie ich es heute sehe, hat Gott mich ja auch davon abgehalten, es zu tun. Ich habe damals begriffen, dass ich es tun könnte, aber nicht darf. Das ist ja auch lange her, geschah mehr als 10 Jahre vor meiner NTE. Heute sehe ich es genauso, wie du.
LG Stefan |
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Bergfeuer
Anmeldedatum: 09.03.2007 Beiträge: 21
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Verfasst am: 10.03.2009, 19:23 Titel: |
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| Doch hatte ich... öfters sogar schon. Ich fand sogar eine Methode die völlig Schmerzfrei klappen wird, aber irgendwie sagt mir was, dass ich danach die Selben Probleme wieder haben werde und mich dem stellen muss , was mich hier anstinkt. |
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anny Moderator
Anmeldedatum: 11.09.2006 Beiträge: 501 Wohnort: zuhause :-)
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Verfasst am: 13.03.2009, 18:03 Titel: |
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Hallo,
| Bergfeuer hat Folgendes geschrieben: | | Doch hatte ich... öfters sogar schon. Ich fand sogar eine Methode die völlig Schmerzfrei klappen wird, aber irgendwie sagt mir was, dass ich danach die Selben Probleme wieder haben werde und mich dem stellen muss , was mich hier anstinkt. |
Da liegst richtig,es heißt ja net umsonst,*die Probleme bleiben am Hintern kleben* auch in der jenseitigen Welt.
Probleme sind da um gelöst zu werden...hier und *zuhause*.  _________________ Der Tod ist schrecklich oder kann schrecklich sein fürden Menschen, solange er im Leben weilt.Wenn der Mensch aber durch die Pforte des Todes gegangen ist und wenn er auf den Tod zurückblickt,dann sieht er ihn als das wundervollste Erlebnis ..... |
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Stefan M
Anmeldedatum: 23.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 18.04.2009, 11:34 Titel: Nachtrag |
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Inzwischen bin ich wieder ein Stück voran gekommen. Nun ist es mir auch nicht mehr möglich, mir selbst Sterbehilfe zu leisten. Inzwischen habe ich mein Verhältnis zu Gott neu erfahren. Da jede wichtige Erkenntnis Aufgaben mit sich bringt, ergibt sich daraus folgendes: "Du sollst nicht töten", gilt absolut (für mich persönlich schließt das auch Tiere ein), und damit auch für mich selbst uneingeschränkt. Jeder aktive Eingriff ist damit nicht mehr möglich. Wenn es leidvoll sein soll, so hat das einen tieferen Sinn. Da ich inzwischen mein Schicksal angenommen habe, bin ich nun auch bereit, Lasten zu tragen, ohne zu klagen. Gehe ich den richtigen Weg, so wird mir auch immer die dazu notwendige Energie zur Verfügung stehen. Das Schöne daran: Wenn wir den richtigen Weg gehen, so ist er frei von Leid! Der Verstand findet ihn nie. Unser höheres Selbst kennt ihn. Einfach ist es nicht, aber ich bin fest entschlossen, ihn weiter zu gehen.
Ganz liebe Grüße
Stefan |
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AlexderFranke
Anmeldedatum: 06.12.2007 Beiträge: 8 Wohnort: Gummersbach
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Verfasst am: 20.05.2009, 13:49 Titel: Selbstmord |
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| Ja, ich habe schon mehrfach darüber nachgedacht, ob und wie ich mir das Leben nehmen kann. Aber die Angst vor Hölle und Fegefeuer hat mich immer davon abgehalten. Mord, auch der an sich selbst, ist mitunter die größte Todsünde, die es gibt. Ich hoffe, daß Gott den Selbstmord bei wirklich ausweglosen Lagen gnädig beurteilt. |
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Hope
Anmeldedatum: 04.07.2008 Beiträge: 57 Wohnort: Hildesheim
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Verfasst am: 20.05.2009, 14:49 Titel: |
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Hallo zusammen,
ich glaube, dass Gott ein liebevoller Vater ist, der jeden aufnimmt. Auch ein Selbstmord wird daran nichts ändern. Die Probleme liegen woanders. Das, was einen belastet hat wird weiterhin da sein. Das heißt, die Probleme nimmt man mit. Die Auseinandersetzung wird nur an einen anderen Ort verlagert. Vielleicht werden schmerzhafte Erkenntnisse im Jenseits umso drastischer bewusst. Deswegen dann auch die dementsprechend negativen Nahtoderlebnisse. Bin aber davon überzeugt, dass liebevolle Seelen dort Unterstützung geben, wenn man das möchte. Ich glaube ebenfalls an die Wiedergeburt. Meiner Meinung nach nimmt man unbewältigte Konflikte ins nächste Leben mit. Ein Selbstmord verschafft einem keine Problemlösung sondern verschiebt das Problem auf später.
Liebe Grüße
Hope |
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Stefan M
Anmeldedatum: 23.02.2009 Beiträge: 44 Wohnort: Rhein-Main
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Verfasst am: 20.05.2009, 15:10 Titel: |
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Was haltet ihr von der Vorstellung, dass ein NTE (und der endgültige Sterbeprozess) nur eine Zwischenstation ist, also eine Bilanzierung, in die das Ego noch eingeht, die quasi das ist, was die katholische Lehre als Fegefeuer bezeichnet? Die durchaus als schmerzhaft empfunden werden kann, bei groben Verstößen gegen das Wahre Selbst? Und später, im Jenseits, dann nur noch ein wertneutrales "So Sein" existiert?
LG Stefan |
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leseratte
Anmeldedatum: 28.11.2008 Beiträge: 104
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Verfasst am: 20.05.2009, 15:17 Titel: |
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Hallo!
Von der Vorstellung halte ich genausoviel, wie davon daß der Papst gegen Abtreibung und gegen Kondomgebrauch predigt. Nämlich gar nichts!
Lg, leseratte |
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träumerin
Anmeldedatum: 14.07.2009 Beiträge: 2
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Verfasst am: 16.08.2009, 21:57 Titel: |
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ich hatte des öfteren suizidgedanken, aber ich denke, es ist beinahe normal, in der pubertät so zu fühlen (ich meine, ich bin ja erst fünfzehn). ?!
Und seitdem meine Mama tot ist (also seit einem monat), weiß ich, wie wertvoll leben ist und wie bescheuert man ist, wenn man es weg wirft, egal, wie schlecht es einem geht. denn meine mama konnte es sich nicht aussuchen. |
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